Kreditkarte im Ausland

Eine Kreditkarte ist auf Auslandsreisen eines der wichtigsten Utensilien überhaupt, denn sie kann vieles einfacher machen. So können Karteninhaber beispielsweise an nahezu jedem Geldautomaten Bargeld abheben und in zahlreichen Geschäften bargeldlos bezahlen. So wird nur ein geringer Bargeldbestand benötigt, was die Sicherheit deutlich erhöht. Hinzu kommt, dass die Kreditkartenabrechnung meist nicht sofort, sondern erst am Ende des Abrechnungszeitraums beglichen werden muss, sodass die Zahlungen um bis zu einen Monat verschoben werden können.

Die Kreditkarte für den Auslandsurlaub

Nahezu alle Bankkunden, die über ein privates Girokonto verfügen, nutzen eine ec-maestro-Karte, um in Deutschland Geld am Bankautomaten zu holen, mit der Karte bargeldlos zu bezahlen oder weitere Aufträge an ihre Bank zu übermitteln. Grundsätzlich kann diese Karte auch im Ausland eingesetzt werden, ist dort allerdings deutlich eingeschränkt. So prüfen die Terminals in Supermärkten, Hotels oder an Tankstellen zwar die Gültigkeit der Karte, ob ausreichend Geld auf dem Girokonto des Kunden ist, kann jedoch nicht gecheckt werden. Wird die Transaktion später von der Bank des Kunden mangels Deckung abgewiesen, müssen die Zahlungsempfänger ein aufwändiges Mahnverfahren über Ländergrenzen hinweg starten, welches meist nicht erfolgreich ist. Aus diesem Grund akzeptieren viele Geschäfte, Tankstellen und Hotels ausschließlich Kreditkarten für Zahlungen. Ist das vorhandene Limit noch nicht ausgeschöpft und ist die Karte nicht gesperrt, garantiert das Kreditkartenunternehmen für die Zahlung. Händler wissen so also sofort, dass ihr Geld garantiert überwiesen wird.

Mietwagen buchen oft nur noch mit Kreditkarte

Neben den Akzeptanzschwierigkeiten der ec-maestro-Karte sollte immer auch bedacht werden, dass einige Buchungen mittlerweile nur noch mit einer Kreditkarte abgewickelt werden können. Dies betrifft beispielsweise die Anmietung eines Mietwagens. Hier werden zum Teil hohe Kautionen von 400 – 1.000 Euro gefordert, die im Falle eines Unfalls einbehalten werden. Um diese Kautionen nicht bar von den Kunden in Empfang nehmen und bei Rückgabe wieder ausgeben zu müssen, wird der Betrag nur noch auf der Kreditkarte geblockt. Ist bei Rückgabe dann eine Zahlung fällig, kann diese ganz bequem über die Karte abgewickelt werden. Ist hingegen alles in Ordnung, wird der Betrag einfach wieder freigegeben und die Kreditkarte wird nicht belastet. Dieses Vorgehen bietet sowohl den Mietern wie auch den Mietwagenfirmen Vorteile, denn aufwändige Bargeldtransaktionen können vermieden werden.

Die Kreditkarte vor der Auslandsreise prüfen

Bevor es ins Ausland geht, sollten Karteninhaber ihre Kreditkarte und die dazu gehörenden Bedingungen unbedingt prüfen. Besonders wichtig ist dabei, ob die Kreditkarte überhaupt noch bis zum Ende der Reise gültig ist. Das Gültigkeitsdatum ist auf der Vorderseite eingeprägt und kann problemlos überprüft werden. Zudem sollte geprüft werden, ob zur Kreditkarte auch eine PIN-Nummer ausgegeben wird. Dies ist nicht immer der Fall. Etwas schwieriger ist es hingegen, das Kreditkartenlimit abzufragen. Dieses ist häufig auf der Kreditkartenabrechnung, die einmal monatlich zugestellt wird, zu finden. Aber auch eine Rückfrage bei der eigenen Hausbank ist möglich. Hierbei sollte geprüft werden, ob das vorhandene Limit für die jeweiligen Vorhaben ausreichend ist und ob es ggf. erhöht werden sollte. Alternativ kann im Voraus natürlich auch Guthaben auf die Kreditkarte überwiesen werden, welches dann im Ausland für Zahlungen aller Art genutzt werden kann.

Darauf sollte vor Reiseantritt geachtet werden:
– Gültigkeitsdauer der Kreditkarte
– PIN Nummer für Bargeldverfügungen vorhanden?
– Höhe des Kreditkartenlimits
– Gebühren für Transaktionen und Bargeldverfügungen

Ein wichtiger Punkt auf Auslandsreisen sind zudem die Kosten, die für den Einsatz der Kreditkarte anfallen. So gibt es Kreditkarten, mit denen Bargeldverfügungen weltweit kostenlos sind, bei anderen Karten hingegen werden pro Verfügung bis zu 10 Euro fällig. Gleiches gilt für die Transaktionskosten bei Einsatz der Karte. Wird die Kreditkarte im Euro-Raum eingesetzt, fallen häufig keine Gebühren an. Bei Zahlungen in Fremdwährung jedoch berechnen die Kreditkartengesellschaften zwischen einem und drei Prozent der jeweiligen Rechnungssumme. Gerade bei längeren Reisen kann es sich daher lohnen, die einzelnen Angebote zu prüfen und den Anbieter unter Umständen zu wechseln.

Die Notwendigkeit von Versicherungen prüfen

Bei Auslandsreisen ist es in vielen Fällen notwendig, zusätzliche Versicherungen zu nutzen, um etwa im Krankheitsfall umfassend versorgt zu sein. Damit diese Versicherungen nicht separat vereinbart werden müssen, bieten einige Kreditkartenunternehmen spezielle Karten, bei denen der Versicherungsschutz bereits enthalten ist. Dies sind etwa goldene Kreditkarten oder Platinkarten, die das Besondere suggerieren. Sie verfügen zumeist über verschiedene Versicherungen, etwa:

– Auslandsreisekrankenversicherung
– Reiserücktrittsversicherung
– Reiseabbruchversicherung
– Gepäckversicherung
– Mietwagenschutz

Ob und in welchem Umfang diese Versicherungen im Kartenpreis bereits enthalten sind, muss individuell geprüft werden. In vielen Fällen kann es aber günstiger sein, die Karte mit Versicherungsschutz zu wählen als diese separat abzuschließen. Ein Einzelvergleich lohnt sich garantiert.

Kreditkarten mit Rückzahlfunktion

Bei Urlaubsreisen sehr beliebt sind zudem Kreditkarten mit Rückzahlfunktion. Bei „klassischen“ Kreditkarten werden die Zahlungen, die innerhalb eines Monats getätigt werden, gesammelt und am Ende des Abrechnungsmonats in einer Summe vom Girokonto des Kunden abgebucht. So können Zahlungen um bis zu einen Monat verschoben werden. Alternativ bieten immer mehr Kreditkartenfirmen auch Karten, bei denen es nicht mehr nötig ist, die in Anspruch genommene Summe in einem Betrag zurückzuzahlen. Wurde die Karte genutzt, muss lediglich ein geringer Monatsbetrag von 50 – 150 Euro, je nach Höhe der Inanspruchnahme, zurückgezahlt werden. Wer also im Ausland gern etwas mehr Geld ausgeben und es sich gutgehen lassen möchte, kann die Summe dann in kleinen Raten zurückzahlen. Sogar Sonderzahlungen sind möglich, um eine eventuelle Zinsbelastung zu reduzieren.

Wie schütze ich mich im Ausland gegen Kreditkartenbetrug?

Kreditkarten sind eine beliebte Zahlungsart bei Reisen ins Ausland. Schließlich können Urlauber so einfach, schnell und sicher bezahlen oder an Bargeld gelangen. Allerdings begegnet man häufig selbst im Ausland Kreditkartenbetrug. Wie man sich davor schützen kann, zeigen die nachstehenden Hinweise. Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) gibt auf dessen Internetseite hilfreiche Tipps und Sicherheitsmaßnahmen, die als erfolgreiche Richtschnur für Urlauber und Geschäftsleute im Ausland dienen. Diese 4 Vorsichtsmaßnahmen schützen vor Kreditkartenbetrug im Ausland:

    1. Kontrolle ist das A und O
    2. Kreditkarte Körpernah bei sich tragen
    3. Vorsicht beim Abheben am Automaten
    4. Ist meine Kreditkarte noch da?

Maßnahme 1: Kontrolle ist das A und O

Generell gilt, die Kreditkarte nicht aus den Augen zu verlieren. Somit ist es auch besser, sie keinem Kellner mitzugeben. Folgen Sie ihm mit zum Lesegerät oder bitten Sie den Angestellten, das Kartenlesegerät zum Tisch zu bringen. In einigen Fällen wurden kleine handgroße Kopiergeräte genutzt, um die Karte zu duplizieren oder Daten zu stehlen. Kontrollieren Sie somit Ihre Kreditkarte nach Rückgabe. Lassen Sie Ihre Karte auch niemals, offen oder verdeckt, frei an einem Ort liegen. Auch sollte die Kreditkartenabrechnung sorgfältig kontrolliert werden. So können Unregelmäßigkeiten schnell entdeckt und Betrug verfolgt werden.

Maßnahme 2: Körpernah bei sich tragen

Die höchste Sicherheit erzielt man, wenn die Karte körpernah und unauffällig bei sich getragen wird. Dafür dienen Brustbeutel oder Gürteltaschen. Besonders hilfreich erwiesen sich auch verschließbare Innentaschen.

Maßnahme 3: Vorsicht beim Abheben am Automaten

Die bekannte Sicherheitsmaßnahme am Geldautomaten besteht darin, sich nicht über die Schulter schauen zu lassen, sondern verdeckt die Geheimzahl einzugeben. Fallen Ihnen Veränderungen oder auffällige Anbauten an oder in der Nähe eines Geldautomaten auf, gerade wenn sich dieser nur in einem Raum befindet, nutzen Sie lieber einen anderen Automaten und melden Sie dies ggf. der Polizei.

Maßnahme 4: Ist meine Kreditkarte noch da?

Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Kreditkarte noch bei Ihnen ist. Das ist besonders auf Reisen wichtig. Informationen oder Daten Ihrer Kreditkarte sollten zudem nie an Dritte weitergegeben werden, ob Amtspersonen oder Mitarbeitern eines Geldinstituts. Diese Karte mit ihren Informationen ist Ihr persönliches Gut!

Was tun bei Verlust der Kreditkarte?

Kommt es doch zu einem Verlust der Karte, durch Diebstahl oder einfach nur durch Einbehaltung im Geldautomaten, ist diese sofort zu sperren. Dies wird durch telefonisches Informieren des Kreditinstituts, der Kreditkartenorganisation oder mit der zentralen Sperrnotrufnummer (+49) 116 116 erreicht. Diese ist in Deutschland gebührenfrei, je nach Anbieter können im Ausland Gebühren anfallen. Bevor sie ins Ausland gehen, sollten Sie sich informieren, ob die zentrale Sperrnotrufnummer auch in Ihrem Fall gilt oder ob sie eine bankeigene Notrufnummer wählen müssen.

Wichtige Sperrnummern für gängige Kreditkarten

Da die zentrale Sperrnotrufnummer nicht für alle Kreditkarten gilt, finden Sie hier die Notrufnummern 3 gängiger Kreditkarten:

      • Visa (innerhalb Deutschlands):0800 811 8440
      • Visa (international; R-Gespräch): +1-303-967-1096
      • Mastercard (innerhalb Deutschlands): 0800 819 1040
      • Mastercard (R-Gespräch): +1 636 722 7111
      • American Express (personal): +49 69 97 97 1000