Kreditkarte mit Teilrückzahlung: Teuer oder bequem

Kreditkarten mit Teilrückzahlungen

Kreditkarten mit Rückzahlfunktion werden mittlerweile von vielen Banken, Sparkassen und Kreditkartengesellschaften angeboten. Sie offerieren den Menschen die finanzielle Freiheit, von denen viele natürlich träumen. Der Wunsch, mit der Kreditkarte einfach einmal einkaufen zu gehen, ohne auf die Preise achten zu müssen, ist groß. Die Erfüllung von Träumen erscheint so zum Greifen nah. Doch Vorsicht – Kreditkarten mit Darlehen sind zwar bequem, aber nicht selten enorm teuer. So kann der Einkauf schnell das Doppelte kosten und Kreditkarteninhaber in die Schuldenfalle treiben.

So funktionieren Kreditkarten mit Rückzahlfunktion

Wie der Name schon vermuten lässt, ist es bei diesen Kreditkarten nicht nötig, den gesamten Betrag, der bei einem Einkauf ausgegeben wurde, in einer Summe zu begleichen. Vielmehr können Karteninhaber diesen in mehreren Teilbeträgen, also in Raten, zurückzahlen. So wird das Girokonto nicht belastet und kann weiterhin im Guthaben geführt werden. Die monatliche Rate wird einfach zum gewünschten Termin abgezogen. Die Höhe der zu zahlenden Raten ist je nach Kreditkarte unterschiedlich. Folgende Varianten sind möglich:

  • Feste Rate zwischen 50-100 Euro pro Monat
  • Monatliche Rate in Höhe von 2-3% der Kreditinanspruchnahme

Wird eine feste Rate vereinbart, wird diese unabhängig der Höhe des Kredites bezahlt. Karteninhaber müssen in diesem Fall natürlich prüfen, ob die Rate ausreicht, den Kredit tatsächlich zu tilgen oder ob nur Zinsen bezahlt werden. Die Kreditkartenabrechnung gibt hierüber Auskunft. Wird hingegen eine Rate vereinbart, deren Höhe abhängig von der Kreditinanspruchnahme ist, variiert diese je nach genutzter Kreditlinie. Wird die Karte weniger in Anspruch genommen, sinkt die Rate, wird sie häufiger genutzt, etwa während der Urlaubszeit, muss eine höhere Rate in Kauf genommen werden.

Bei der Kreditkarte mit Rückzahlfunktion auf die Zinsen achten

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer Kreditkarte sind die Kosten. Soll neben der Zahlfunktion der Karte auch der Kredit genutzt werden, ist es wichtig, neben der Jahresgebühr auch die Höhe der Sollzinsen zu prüfen. Je nach Anbieter liegen diese derzeit zwischen 9,90 – 14,90 Prozent pro Jahr. Dies bedeutet für eine Inanspruchnahme von 3.000 Euro folgende Kosten:

Bei einem Zins von 9,9% p.a. liegen die Kosten bei 297 Euro pro Jahr
Bei einem Zins von 14,9% p.a. liegen die Kosten bei 447 Euro pro Jahr

Es ergibt sich somit zwischen diesen beiden Zinssätzen eine Differenz in Höhe von 150 Euro. Diese fällt umso höher aus, je mehr Geld in Anspruch genommen wird. Es ist daher wichtig, den Sollzins der jeweiligen Karteninhaber genau zu prüfen. Dies gilt auch dann, wenn die Kreditkarte in den ersten Monaten „kostenlos“ angeboten wird. Einige Banken verkaufen ihre Karte nämlich mit dem Slogan: „In den ersten Monaten keine Zinsen“. Im Anschluss jedoch werden enorm hohe Sollzinsen berechnet, die diesen Vorteil schnell wieder ins Gegenteil verkehren. Ein Vergleich ist bequem und binnen weniger Minuten online möglich.

Die Kreditkarte als Alternative zum Dispo

Durch die Rückzahlfunktion der Kreditkarte wird diese von vielen Nutzern immer häufiger als Alternative zum Dispositionskredit gewählt. Beim Dispositionskredit ist es möglich, das eigene Girokonto bis zu einem bestimmten Betrag zu überziehen. Eine feste Rückzahlung erfolgt nicht, die Tilgung des Kredites wird einfach durch die Gehaltseingänge erreicht. Viele Bankkunden finden dies jedoch sehr unübersichtlich, da der Kredit ohne eine feste Rate oft über Jahre hinweg nicht zurückgezahlt werden kann. Mit dem Kredit auf der Kreditkarte hingegen besteht ein „Kreditkonto“, welches je nach Bedarf in Anspruch genommen werden kann. Neben dem Einkauf mit der Kreditkarte ist es vielfach auch möglich, den Kredit durch Bargeldverfügungen am Geldautomat oder einfache Überweisungen auf das Girokonto zu nutzen. Ein großer Vorteil ist weiterhin, dass der Kreditrahmen auf der Kreditkarte in der Regel über Jahre erhalten bleibt und nicht immer wieder neu beantragt werden muss. Hat die Bank diesen einmal positiv beschieden, kann er immer wieder aufs Neue genutzt werden.

Teure Kreditkartensalden einfach umschulden

Wurde eine Kreditkarte mit Rückzahlfunktion gewählt, die mit einer sehr hohen Summe in Anspruch genommen wurde, kann es sich durchaus lohnen, diesen Kredit umzuschulden. Viele Banken bieten Ratenkredite mit Sollzinsen zwischen 2,9 – 9,9 Prozent pro Jahr. Nicht selten ist es möglich, durch eine solche Umschuldung die Kosten deutlich zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil: Ratenkredite sind Festkredite. Diese werden mit einer festen Summe aufgenommen und monatlich zurückgezahlt. Zum Abschluss der Laufzeit winkt die Schuldenfreiheit. Eine erneute Inanspruchnahme, wie dies bei Kreditkarten möglich ist, gibt es nicht. Dies hat zwar den Nachteil, dass bei einem erneuten Geldbedarf ein erneuter Antrag gestellt werden muss, es verringert aber gleichzeitig die Versuchung, sich wieder zu verschulden. Gerade Menschen, die ihren Schuldenstand reduzieren wollen, sollten ihre Kreditkarte mit Rückzahlfunktion gegen eine klassische Kreditkarte mit reiner Zahlungsfunktion austauschen und den offenen Sollstand über einen Ratenkredit umschulden.

Die Voraussetzungen für eine Kreditkarte mit Rückzahlfunktion

Um eine Kreditkarte mit Rückzahlfunktion nutzen zu können, müssen, ebenso wie bei anderen Kreditaufnahmen, verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Regelmäßige und nachweisbare Einkünfte
  • Positive Schufa-Auskunft

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Vergabe einer solchen Kreditkarte sind regelmäßige Einkünfte, idealer Weise aus Lohn und Gehalt. Aber auch Selbstständige haben die Möglichkeit, entsprechende Karten zu beantragen. Ein Nachweis der Einkünfte ist jedoch auch hier obligatorisch, denn schließlich sollte die monatlich anfallende Rate zuverlässig bedient werden können. Bevor die Kreditkarte bestellt wird, fragen Banken und Sparkassen außerdem die Schufa ab. Hier wird geprüft, ob bereits weitere Kreditkarten mit Kreditrahmen vorhanden sind, welche sonstigen Kredite bedient werden müssen und wie hoch die gesamte Belastung ist. Aus diesen Daten erstellt die Bank ein so genanntes Scoring, also einen Punktewert, der die Ausfallwahrscheinlichkeit des Kredites widergibt. Ist dieser Punktewert hoch genug, kann die Kreditkarte mit Rückzahlfunktion bestellt werden.

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