Neue EU-Richtlinie reduziert Gebühren bei Kreditkartennutzung

EU reduziert Gebühren für Kreditkartenzahlungen

Kreditkartenzahlungen sind einfach und bequem. Leider kosten sie Verbraucher oft noch immer viel Geld, denn nicht selten wird für die Kreditkartenzahlung eine Gebühr erhoben. Die EU-Richtlinie, die bereits 2014 in Kraft getreten war, sollte diese Gebühren eigentlich begrenzen, denn kein Kunde soll mehr bezahlen, als dem Unternehmen selbst an Kosten mit diesem Zahlungsmittel entstehen. Die Praxis sieht leider nach wie vor anders aus. Verbraucher sollten daher genau prüfen, wo und in welcher Höhe sie mit ihrer Kreditkarte bezahlen und ob eventuell Alternativen angeboten werden.

Welche Kosten bei der Kreditkartennutzung fällig werden

Wer mit Kreditkarte bezahlt, will den Wert seiner Ware ganz einfach begleichen. Bevor diese Zahlung aber überhaupt getätigt werden kann, zahlt der Verbraucher als Kunde der Bank eine Inhabergebühr, also die Jahresgebühr für seine Karte. Auch der Händler muss Kosten entrichten, nämlich die Händlergebühr. Dies ist eine Art Lizenzgebühr, dass er die Karte überhaupt entgegen nehmen kann. Zudem benötigt er das entsprechende elektronische Equipment für Kartenzahlungen. Neben dem Verbraucher und dem Händler sind aber noch weitere Akteure an dieser Transaktion beteiligt. Während Banken eine Lizenzgebühr an Kreditkartenunternehmen wie VISA oder Mastercard für die Ausgabe der jeweiligen Kreditkarten bezahlen müssen, berechnen die Banken von Händler und Kunde eine so genannte Interbankengebühr. Diese Kosten werden bei jeder elektronischen Transaktion fällig. Durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Kosten und Gebühren verteuern sich Kreditkartenzahlungen natürlich. Diese Kosten werden in der Regel an das schwächste Glied in der Kette – den Kunden – weitergegeben.

Begrenzung der Interbankenentgelte seit 2014

Im Jahr 2014 ist die EU-Kommission auf die teils sehr hohen Kosten bei Kreditkartenzahlungen aufmerksam geworden und hat eine entsprechende Richtlinie veröffentlicht. Diese sollte vor allem die Branchenriesen VISA und Mastercard treffen, die mit zahlreichen Banken agieren und so enorme Gelder einstreichen. Die Gebühren bei Kreditkartenzahlungen sollten seither auf 0,2 Prozent gedeckelt werden. Auch sollten Extra-Gebühren, etwa bei der Buchung von Flugtickets, vermieden werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass Verbraucher von dieser Richtlinie nicht oder nur in sehr geringem Maße profitiert haben. So ist es seit etwa ein bis zwei Jahren möglich, auch in Supermärkten mit Kreditkarte zu zahlen, zusätzliche Gebühren bei Flug- oder Reisebuchungen oder auch Einkäufen im Internet gibt es aber nach wie vor. Hinzu kommt, dass viele Banken aufgrund der gesunkenen Umsätze die Gebühren für ihre Kreditkarten erhöht haben. Kunden zahlen mittlerweile häufig 10-20 Euro mehr pro Jahr. Gesunkene Preise im Einzelhandel sind ebenfalls nicht zu beobachten.

Kreditkarteneinsatz in Deutschland

Trotz der Begrenzung der Kreditkartengebühren spielen diese Transaktionen im Bankenmarkt in Deutschland nach wie vor eine noch untergeordnete Rolle. Während laut einer Erhebung von Statista die Menschen in Deutschland im Jahr 2015 mehr als 92 Prozent ihrer Rechnungen mittels Überweisungen beglichen, nutzen lediglich 0,1 Prozent die Zahlung per Kreditkarte. Vor allem die Tatsache, mit einer Überweisung „alles im Griff zu haben“, ist wohl einer der Hauptgründe. Hinzu kommt, dass die Deutschen eine Vorliebe zum Bargeld haben und gerade kleinere Einkäufe des Alltags mittels Münzen und Scheinen begleichen. Nicht umsonst lehnen gut 74 Prozent der Bürger hierzulande eine Begrenzung des Bargelds ab. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass sich immer mehr Menschen für eine solche Karte entscheiden. Speziell junge Leute, die häufiger online einkaufen, Flüge buchen oder Hotels reservieren, wollen hierauf nicht mehr verzichten.

Den hohen Gebühren mit kostenlosen Kreditkarten entkommen

Obwohl die Richtlinie der EU durchaus positiv gedacht war, zeigt die Praxis, dass diese Vorteile nicht bei den Verbrauchern ankommen. Sie sind nach wie vor das schwächste Glied der Kette und müssen die Zusatzkosten tragen. Die Banken und Sparkassen versuchen nämlich, ihre Verdienstausfälle auf anderer Seite zu kompensieren. Mögliche Kostentreiber bei Kreditkarten:

  • Hohe Gebühren für Bargeldverfügungen am Geldautomaten
  • Gestiegene Jahresgebühren für Kreditkarten
  • Höhere Kosten für die Kreditkartennutzung im Ausland

Wer diese Kosten kennt und darauf reagiert, kann günstige Kreditkarten im Internet finden. Vor allem Direktbanken haben entsprechende Angebote, bei denen nicht nur auf die Jahresgebühr verzichtet wird. Diese Institute berechnen auch für Bargeldverfügungen am Geldautomaten oder beim Einsatz der Karte im Ausland keine oder nur sehr geringe Kosten.

Einfacher Vergleich verschiedener Kreditkarten im Internet möglich

Wer auf der Suche nach einer neuen Kreditkarte ist, sollte sich nicht nur die Angebote der eigenen Hausbank ansehen. Auch im Internet finden sich interessante Offerten, die nicht unbeachtet bleiben sollten. Schließlich können Kreditkarten häufig auch unabhängig einer Kontoführung bestellt und in Anspruch genommen werden. So kann eine neue Kreditkarte gewählt werden, ohne das Konto selbst zu wechseln.

Auf diese Kosten ist beim Kreditkartenvergleich zu achten:

  • Jahresgebühr
  • Gebühr für die Bargeldverfügung am Geldautomaten
  • Kosten für den Einsatz der Karte im Ausland
  • Sonstige Kosten wie Auszugsgebühren
  • Höhe der Sollzinsen bei Kreditnutzung

Bevor der Kreditkartenvergleich gestartet wird, sollte man sich bewusst machen, wofür die Karte eingesetzt wird. Wird sie lediglich für Zahlungen im Onlinehandel benötigt, spielen die Kosten für den Auslandseinsatz keine Rolle. Wird sie jedoch häufig im Urlaub eingesetzt, sollte darauf geachtet werden. Wird der Kreditrahmen der Karte monatlich vollständig zurückgezahlt, ist es auch nicht wichtig, die Höhe der Sollzinsen zu prüfen. Soll jedoch eine Kreditkarte mit Rückzahlfunktion genutzt werden, sind Karten mit günstigen Zinssätzen enorm wichtig. Letztlich kann es auch sinnvoll sein, statt der Standardkarte eine goldene Kreditkarte mit verschiedenen Versicherungsleistungen zu wählen. Sie sind vor allem auf Urlaubsreisen sinnvoll und meist günstiger als beim Abschluss separater Verträge.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*